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Dummyarbeit und Workingtests

Dummyarbeit ist die Retriever-Domäne: Dabei wird die jagdliche Arbeit nach dem Schuss simuliert und trainiert. Für genau diese Arbeit wurden die Retriever gezüchtet – damit sie bei der Jagd das erlegte Wild den Jägern bringen. Statt echtem Wild kommen bei der Dummy-Arbeit, wie der Name schon sagt, eben Dummies zum Einsatz: gefüllte Stoff-Säckchen.

Nala und mir macht die Dummyarbeit sehr viel Spaß – da der Vizsla als jagdlicher Allrounder gilt und eben oft auch nach dem Schuss eingesetzt wird, um das erlegte Wild zu apportieren und dem Jäger zu bringen, kann er seine Anlagen auch beim Dummytraining einbringen und ausleben. Dennoch ist die Zahl der Nicht-Retriever, die Dummyarbeit  betreiben, eher begrenzt – was sehr schade ist. Denn sie ist eine tolle Möglichkeit, um Jagdhunde rassegerecht auszulasten.  Beim Dummytraining muss der Hund Gehorsam, Führigkeit und einen hohen Arbeitswillen zeigen. Er muss über einen ausgeprägten Beutetrieb verfügen, der ihn dazu bringt, auch durch unangenehmes Gelände wie Dornenbüsche zu gehen, um an die Beute zu gelangen. Grundsätzlich muss der Hund das Dummy schnell aufnehmen, dieses fest halten – damit das „angeschossene Wild“ sich nicht befreien kann – ohne dieses jedoch zu knautschen, also durch seine Zähne weiter zu verletzen. Die Beute soll er schließlich zügig und freudig zu seinem Führer bringen und sauber in die Hand abgeben.

Mittlerweile hat sich aus dieser Jagdersatz-Beschäftigung ein Hundesport entwickelt. Die Wettkämpfe – sog. Workingtests – orientieren sich immer noch eng an den Aufgaben, die Hunde während einer Niederwildjagd lösen müssen. Dieses Wochenende haben Nala und ich an einem solchen Working Test in der Klasse A teilgenommen. Dabei mussten die Hunde z.B. kleine Suchen nach den Dummies im Wechsel mit Markierungen (Hund sieht ein geworfenes Dummy fallen und muss sich die Fallstelle merken) arbeiten – aber auch Gehorsamselemente wie sogenannte Walk Ups, bei denen der Hund frei bei Fuß folgen muss, obwohl Dummies auf Sicht geworfen werden. Natürlich hat mich gefreut, dass Nala und ich alle Aufgaben sehr gut lösen und sogar den 3. Platz erreichen konnten. Schön fand ich aber auch, dass neben dem Vizsla auch ein Spaniel als „Exot“ am Start war.

Dummy-Training schult einfach die Zusammenarbeit zwischen Hund und Führer. Wechselnde Gelände und sehr unterschiedliche Apportieraufgaben machen es zu einer anspruchsvollen und interessanten Arbeit für den Hund, die ihn körperlich und geistig fordert.

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