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Immer auf der Jagd …

… nach „verlorengegangenen“ Menschen oder Dummies – so könnte man Vizsla Nala und mich, ihr Frauchen Siv, am besten beschreiben. Ja, das klingt etwas merkwürdig, trifft es aber sehr gut. Denn Nala und ich sind vor allem in zwei Hundetrainingsfeldern unterwegs: der Rettungshunde- und der Dummyarbeit.

Bei der Rettungshundearbeit gehen Hund und Führer quasi auf die Jagd nach „verlorengegangenen“ Menschen. Dabei gibt es mehrere Einsatzbereiche: in Deutschland vor allem die Flächen- und die Trümmersuche. Der Hund hat dabei im Gegensatz zu Mantrailern gelernt, jeden lebenden, menschlichen Geruch zu suchen und anzuzeigen. Wir sind vor allem in der Flächensuche aktiv. Hier werden immer dann Rettungshunde alarmiert, wenn große, zum Teil unübersichtliche Flächen abzusuchen sind – zum Beispiel nach vermissten Kindern, dementen Senioren, Unfallopfern etc..  Hund und Führer suchen dabei ein zugewiesenes Gebiet ab, indem der Hund in Kreisen um den Hundeführer läuft und versucht, dabei menschliche Witterung aufzustöbern. Dazu braucht es vor allem Ausdauer, eine feine Nase, und den Willen, mit dem Führer zusammenzuarbeiten. Wenn der Hund einen Menschen in dem Gebiet findet, muss er dies seinem Führer ja irgendwie deutlich machen – er muss anzeigen. Die gängigste Form in Deutschland ist das Verbellen – dabei bellt der Hund an der Person solange, bis sein Führer dazukommt. Nala zeigt dagegen durch Bringseln an: Wenn sie eine Person gefunden hat, nimmt sie einen Plastikstab ins Maul, der an ihrem Halsband hängt, läuft damit zu mir – und führt mich dann zurück zu der Person. Diese Anzeigeform ist vor allem in den skandinavischen Ländern sehr verbreitet. 

Bei der Dummyarbeit geht der Hund auch mit seinem Führer auf die Jagd – doch statt echtem Wild kommen dabei gefüllte Stoffsäckchen zum Einsatz. Diese Arbeit wurde in England entwickelt, um Jagdhunde auch außerhalb der Jagdsaison trainieren zu können. Die Aufgaben orientieren sich dabei an der Hundearbeit während einer typischen Jagd auf  Niederwild (Vögel/Hasen): Der Hund muss sich zum Beispiel Fallstellen der Dummies (der „Enten“) über längere Zeit hinweg merken, sich zu einem Dummy, das er vorher nicht gesehen hat, schicken lassen, oder ein Gebiet nach Dummies absuchen. Dabei soll er immer zügig arbeiten, freudig die Dummies aufnehmen und schnell zurück zum Hundeführer bringen und sauber in die Hand abgeben. Die Dummyarbeit hat sich zu einem Hundesport vor allem für Retriever entwickelt, in dem es viele anspruchsvolle Prüfungen und Turniere, sogenannte Working Tests, gibt.

Nala muss bei ihren „Jobs“ also vor allem eine hohe körperliche und mentale Ausdauer haben – auch über längere Zeit, eine sehr gute Riechleistung, eine hohe Konzentrationsfähigkeit und den sogenannten „will to please“, also die Bereitschaft, mit mir zusammenzuarbeiten. Dafür benötigt sie unter anderem ein hochwertiges Futter mit viel natürlichem Protein und Fett, das sich schnell verwerten lässt, dem Körper keine Flüssigkeit entzieht, und das nicht belastet. So sind wir beim BARFen und schließlich bei MUSH gelandet.

Über die Jahre sind wir in der Arbeit zu einem echten „Dreamteam“ zusammengewachsen, es gab auch mal Rückschläge, aber die lassen einen die Erfolge dann ja umso mehr wertschätzen. Und letztendlich sind es diese wenigen Momente, in denen man gemeinsam eins wird und sich blind versteht, wenn alles fließt und perfekt funktioniert, die alle Mühen (Trainings bei Wind/Wetter/in zahlreichen Nächten) und so manche Verzweiflung vergessen lassen. Dann weiß man – ja: das war es alles wert 😉 !  

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