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K9 at work: Rettungshundecamp in Slowenien

Über Nala und mir die brennende Sonne Sloweniens, ein unvergleichliches Alpen-Panorama – und mehrere gespannte Seile. Unter uns: 20 Meter erst einmal nur Luft, und dann der Fluss Savinja. Das war wohl das eindrucksvollste Erlebnis während des fünftägigen internationalen Rettungshundecamps in Varpolje/Slowenien.

Abseilen, das sogenannte Roping, stand auf dem Übungsplan. Die Idee dahinter: Im Team mit dem Hund sich einer schwierigen Herausforderung stellen, sich aufeinander verlassen, um danach gleich weiter arbeiten zu können, indem der Hund den Fund einer Person durch Bellen oder Bringseln anzeigt. Rettungshunde erleben nun einmal oft Stress-Situationen, müssen diese meistern, und danach trotzdem weiter suchen – genau das sollte mit dieser Übung simuliert werden. Außerdem ist das Abseilen in einigen bergigen Regionen die einzige Möglichkeit, Hund und Hundeführer in Suchgebiete bringen zu können. Daher ist es in Slowenien auch Teil der Rettungshundeprüfung.

Nala und ich hatten das Abseilen noch nie gemacht – bei uns im Norden Deutschlands ist das nicht wirklich einsatzrelevant 😉 Obwohl wir also keinerlei Erfahrung hatten und es gleich 20 Meter von einer Brücke aus über einen Fluss gehen sollte, versuchten wir es. Denn so eine Chance, das mit Experten der Bergwacht und des Militärs zu trainieren, werden wir so schnell wohl nicht mehr bekommen.

Also Helm, Handschuhe und Klettergeschirr an, den Hund ins das spezielle Abseilgeschirr gesteckt, um dann über das Brückengeländer zu klettern – uff! Das war ganz schön hoch, aber kneifen wollte ich nun nicht mehr. Also auf die Technik konzentriert – Karabiner eingehakt, Nala in Empfang genommen, die auch über das Geländer gehoben und mir gegeben wurde, auch sie eingehakt – Sicherheit und Coolness für den Hund ausstrahlen, aufpassen, dass Nalas Beine nicht zwischen mich und die Brücke kommen – und los ging es. Die anderen aus unserer Trainingsgruppe zogen uns mit Muskelkraft über die Savinja.

Und was soll ich sagen – es war so toll!  Positives Adrenalin bei mir, Freude über eine völlig entspannte Nala, die so tat, als ob sie das Abseilen quasi schon tausendmal gemacht hätte – und schon waren wir auf der anderen Seite. Großes Lob von den Ausbildern, Abklatschen mit den Teamkameraden – und das tolle Gefühl, mit der Motte gemeinsam unsere Grenzen ein bisschen weiter gepusht zu haben.

Neben dem Abseilen standen während des Rettungshundecamps Flächen- und Trümmersuchen auf dem Programm, dabei der Transport auf offenen LKW eng bepackt mit anderen Rettungshundeteams in die völlig fremden Suchgebiete, unbekannte Helfer und Situationen – es war wirklich eine super Übung, durch die Nala und ich uns weiterentwickelt haben.  

Dazu noch der internationale Flair mit 170 Rettungshundeführer aus neun Ländern Europas und die traumhaft schöne Alpenlandschaft rund um Varpolje – danke für die Einladung, Slowenien – wir kommen wieder !

 

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