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Wissen Sie eigentlich, was alles im Hundefutter enthalten ist? Teil 2

In dem vorherigen Blog haben wir über Hundefutter allgemein und über die Zusammensetzung geschrieben.  In diesem Beitrag schauen wir uns einmal die Trockenfutterindustrie genauer an.

Es ist nicht unser Vorhaben, Schuldgefühle bei Tierbesitzern auszulösen, die Ihre Lieblinge mit der TrockenNahrung füttern. Wir wollen nur aufklären, was alles in dem Trockenfutter enthalten ist und warum es wichtig ist dieses im Auge zu behalten.

Die meisten  Trockenfutter bestehen überwiegend aus Getreide wie Gerste, Weizen, Reis, Hafer oder Mais. Einige Produzenten verwenden beispielsweise Süßkartoffeln oder andere “ Füllstoffe”. Sie  werden als Hauptbestandteile verwendet, da diese, im Vergleich zu  Fleisch oder anderen Tierischen Produkten, viel günstiger sind. In vielen Fällen ist das Getreide nicht mal „ echtes Getreide“. Die Haustierfutterindustrie  verwenden nicht selten Getreideabfallprodukte. Als Beispiel: Bei der Herstellung von Mehl bleiben einige Abfallprodukte über (zum Beispiel Schalen). Diese werden  als Inhaltsstoffe für andere Produkte unter anderem Katzen- und Hundefutter  weiter verwendet.

Es kommt hin und wieder vor, dass ein Teil des Getreides verdorben oder schimmelig und somit  gesundheitsschädlich ist. Gelegentlich kann man in den Zeitungen lesen und in Nachrichten hören, dass der Verzehr verdorbener Lebensmittel fatale Folgen haben kann. Leider bleiben immer wieder solche Fälle   unbemerkt, da es schwierig zu beweisen ist, dass die Krankheiten oder sogar der Tod durch minderwertige Lebensmitteln ausgelöst wurden. In Finnland haben wir ein Beispiel dafür, dass ein Hund namens “Savu” laut Obduktion nach dem Verzehr von kontaminierter Tiernahrung gestorben ist.  Wahrscheinlich auch viele andere Hunde haben, ohne dass es jemand bemerkt hat,  unter ähnlichen Bedingungen gelitten.

Echte Rohstoffe oder Zusatzstoffe?

Das Zutatenverzeichnis ist eine wichtige Informationsquelle für die Bestandteile eines Lebensmittels. Es listet alle Zutaten in der Reihenfolge ihres Gewichtsanteiles auf. Was im ersten Moment klar  definiert zu sein scheint, ist leider doch ziemlich verwirrend. Durch die Aufteilung der Rohstoffe, kann der Hersteller die Deklaration schöner aussehen lassen. Als Beispiel-Getreide kann man in verschiedenen Kategorien aufteilen-Mehl, Stärke, Flocken, Kleie usw. Falls diese separat aufgeführt werden, sind die einzelnen Mengenangaben viel kleiner. Der andere Trick ist, dass die Zutaten, die man gerne oben auf der Liste haben möchte, in einem Sammelbegriff, wie zum Beispiel „ Tierische Nebenerzeugnisse“ zusammengeführt werden.

Um zu verdeutlichen wie es in der  Praxis funktioniert, stellen wir uns ein Produkt vor, welches 67% Weizen, 30% Fleisch und 3% Vitamin Mix enthält. Die Zutatenliste kann wie folgt aussehen: Fleisch, Weizenmehl, Weizengrieß, Weizenmalz, Vitaminmischung. (Diese ist keine wirkliche Zutatenliste – es dient nur dazu um sich  eine Vorstellung machen zu können) 

Haben sie es schon mal wahrgenommen, dass die Trockenfutterindustrie selten die Rohstoffe hervorhebt? Stattdessen neigen sie dazu, die Nährstoffe zu bewerben.

Hinter der Produktion des Trockenfutters steckt  eine ziemlich seltsame Vorgehensweise: Nicht die Rohstoffe, sondern zugesetzte Stoffe  sind die Nährstofflieferanten. Dieser Nährstoff-MIX sowie Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und Farbstoffe wir zugesetzt, kurz bevor das Futter in kleine Pellets geformt und gebacken bzw. in Extrusionsverfahren hergestellt werden.  Diese Zusatzstoffe sind keine natürlichen Stoffe und können sogar schädlich sein. Daher ist die Verarbeitung dieser Zusatzstoffe   in den Lebensmitteln für den menschlichen Verzehr strikt verboten. Die Vitamine sind nicht in Ihrer natürlichen Form vorhanden, sonder chemisch hergestellt worden. Der Vitamingehalt reduziert sich bereits bei der Herstellung. Dieser Prozess beschleunigt sich, sobald die Verpackung aufgemacht wird und das Produkt im Kontakt mit Sauerstoff kommt.  

Die Tatsache, dass das Getreide in großen Mengen für Hunde nicht gut ist, ist für viele Menschen verständlich. Trotzdem manchmal scheinen wir zu vergessen, was alles im Trockenfutter enthalten ist.

Beispielsweise Transfette:  Die Trockenfutter-Pellets werden mit einem dünnen Fettfilm besprüht, welcher als eine Art Lockstoff dient.  Leider wird sehr oft Öl von schlechter Qualität verwendet und nicht selten als Problemmüll eingestuft. Weit verbreitete Lieferanten für Fette sind Fast Food Restaurants.

Das generelle Problem  mit Fett ist, dass wenn es auch von sehr guter Qualität ist, wird das sehr schnell ranzig, sobald die Verpackung aufgemacht wird und das Öl in Kontakt mit Sauerstoff kommt.

Uns wird von der  Trockenfutterindustrie beigebracht, dass der Weg zu der Gesundheit eine einseitige Ernährung  ist, die sich nicht ändert. Geben Sie Ihrem Hund nur dieses Futter-nicht anderes!   Eine Änderung ist schlecht!

Trotzdem, oder genau deshalb wird bei Hunden, die sich ausschließlich von Trockenfutter ernähren entweder Nährstoffüberschuss oder Nährstoffmangel festgestellt. Die nicht optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralien führt dazu, dass die anderen Nährstoffe nicht aufgenommen bzw. nicht regulär durch den Körper verwendet werden können. Ausschlaggebend ist die richtige Verhältnismäßigkeit  zwischen den Nährstoffen und nicht die Menge einzelner Stoffe. Mit einer Rohfütterung wird eine abwechslungsreiche Versorgung und somit eine Balance mit allen Nährstoffen gewährleistet.  Leider wurde dieses Thema bis jetzt nur sehr wenig diskutiert.

Marketing

Marketing Kampagnen suggerieren uns, das Trockenfutter als sicher, risikofrei und bequem ist und dem Hund alle nötigen Nährstoffe und Vitamine liefern. Es wird sogar behauptet, dass es keine andere und bessere Möglichkeit als die  Fütterung mit Trockennahrung gibt.

An dieser Stelle stellt sich die Frage:  Wie haben sich die Hunde in der Natur sich ernährt? Wie ist es möglich, dass die Hunde in freier Wildbahn ohne Trockenfutter und Nahrungsergänzungsmitteln bis heute überlebt haben?

Die Ernährungswissenschaft, verglichen mit anderen Wissenschaften ist sehr jung. Und es werden immer wieder neue Informationen entdeckt. Deswegen können wir davon nicht ausgehen, dass uns bis heute zur Verfügung stehende Informationen vollkommen korrekt sind.

 

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